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Vatertag und Christi Himmelfahrt

Bild: Peter BongardHimmelfahrt
Der Himmelfahrtstag verweist auf eine Wirklichkeit, die in Raum und Zeit nicht greifbar ist - und dennoch im Leben wirksam wird

Ein arbeitsfreier Tag mit zwei Anlässen und zwei Bezeichnungen: Der Himmelfahrtstag hat für Christinnen und Christen eine religiöse Bedeutung. Der Vatertag hingegen hat sich für feierfreudige Männern zu einer Gelegenheit für ausgelassene Ausflüge entwickelt. Traditionell ziehen dann Männergruppen mit Fahrrädern oder Bollerwagen inklusive alkoholischer Vorräten ins Grüne.
Der Grund, dass dieser Tag arbeitsfrei ist, bezieht sich aber auf den religiösen Anlass: die Himmelfahrt Christi. Die Bibel berichtet darüber, dass Jesus vor den Augen seiner Anhänger emporgehoben wurde und eine Wolke ihn ihren Blicken entzog. Christ Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern - also seiner Auferstehung - gefeiert.

Himmelfahrt als Symbol

Die Himmelfahrtsgeschichte ist eine symbolische Erzählung. Sie ist ein Bild für etwas, das sich nicht anders als im Bild ausdrücken lässt. Die Geschichte der Himmelfahrt Christi schildert den Weg zu Gott. Nicht nur den von Jesus, sondern den Weg für alle Menschen. Die Erzählung benutzt viele Symbole, um diesen Weg zu beschreiben.

Ein Symbol dafür, Gott nahe zu sein, ist der Himmel. Selbstverständlich sitzen weder Jesus noch Gott auf einer Wolke. Der Himmel, in den Jesus verschwindet, ist theologisch gesehen als Ort der Gottesnähe zu verstehen. Dieser Ort kann in jedem von uns sein. Im Englischen lässt sich diese Vorstellung leichter nachvollziehen, denn hier gibt es zwei Worte für Himmel: "heaven" steht für den religiösen Himmel, die unsichtbare Heimat Gottes - während "sky" den Himmel mit all seinen Wolken, Hoch- und Tiefdruckgebieten bezeichnet.

Neue Hoffnung

Laut biblischer Himmelfahrts-Erzählung ist Jesus nun bei Gott, er hat den Weg zu ihm gefunden. Gleichzeitig müssen die Menschen auf Erden ohne Jesus zurecht kommen. Sie müssen Abschied nehmen und ihn loslassen.

Jesus hat seine Anhänger jedoch nicht sich selbst überlassen. Er bittet sie vor seiner Abreise, seine neue Ordnung in der Welt zu verbreiten: die Regeln der Bergpredigt, die Feindesliebe. Die Jünger sollen alle Menschen von diesen Regeln überzeugen. Dabei gibt er ihnen auch die Hoffnung, dass er einst wieder kommen wird.

Die Himmelfahrt ist somit das Ende von Jesu Zusammensein mit den Menschen, aber auch Wendepunkt und Beginn von etwas Neuem, nämlich dem Beginn einer christlichen Gemeinschaft in der Welt ohne leiblich anwesenden Jesus.

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