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Die Kirche im Dorf lassen

 

In unmittelbarer Nähe von der Haupt-und der Schulstraße aus ist die Kirchbrombacher Kirche nicht zu sehen, wenn auch der Turm weithin sichtbar ist. Dennoch liegt die Kirche im Dorf an seiner höchsten Stelle, früher die Mitte des alten Ortskerns. So liegt der Kirchplatz mit seiner Lutherlinde vom Alltagsgeschehen abgeschirmt und lädt ein zur Ruhe und zum Verweilen.

 

Wie es sich gehört für eine alte Kirche ist sie von Gräbern umgeben, gleichwohl wird dort längst nicht mehr bestattet. Grabsteine finden sich noch immer dort, wer von der Hauptstraße die Treppe hoch steigt und durch den Bogen tritt erblickt einen links des Weges mitten auf der Wiese. Er stammt aus dem 18. Jahrhundert. Weitere Grabsteine stehen entlang der alten Mauer, vor allem auf der Seite zum Burghof hin. Die Mauer selbst ist wesentlich älter, wie überhaupt das ganze Areal schon sehr lange befestigt ist.  Der Schlussstein im Bogen zur Treppe nach Süden hin trägt die Jahreszahl 1510, an der Kirche findet sich rechts vom Turmportal eine 1467.

 

Damals wurde die Kirche neu errichtet, sie ist wesentlich älter und geht zurück auf das 11. Jahrhundert (Pfarrspiel „Brambach“ über 14 Dörfer). Sie wurde auf Ruinen oder zumindest aus den Steinen einer alten Burg gebaut, von der auch der Burghof seinen Namen hat.

Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrei Kirchbrombach mit seinem wesentlich größeren Kirchspiel als heute erfolgte erst im Jahr 1387, sie muss aber älter sein, da sie – so begründet Johann Adam Groh diese Feststellung – „eine ganze Cent umfasste“.

 

Der Platz vor der Kirche war auch Richtstätte, der Weg zum Galgen (auf halben Weg Richtung Hembach) stand den Menschen auf dem Kirchhof sichtbar vor Augen.

Bereits 1522 wurde in Kirchbrombach die Reformation eingeführt, in diesem Jahr erscheint im September Martin Luthers erste Auflage seines Neuen Testaments. Der Clou: Martin Luther übersetzte nicht wörtlich, sondern blieb in seiner Übersetzung bei dem Sinn, den er aus dem Text las. Selbstverständlich übersetzen wir heute manches anders, denn wie in jedem Brauchtum geht es auch in der Überlieferung der Schrift vor allem um den Inhalt!

So geht es auch dem Kirchengebäude: Nach einem Brand wurde das Kirchenschiff unter Verwendung der alten Mauern von 1714 bis 1726 in zwei Bauabschnitten wieder aufgebaut, allerdings mit neuen Methoden der damaligen Zeit. Das Bild der Kirche hat sich also verändert, innen wie außen. Aus dieser Zeit stammt auch die Flachdecke. Wer weiß, wieviel Sterne sie zieren? Von der Kanzel aus wirkt es manchmal, als würde der ein oder andere sie zählen, sicher kein neues Phänomen…

 

Immer wieder gab es bauliche Änderungen auch um die Kirche, nicht zuletzt durch den Umbau der Pfarrscheune in ein Gemeindehaus vor 80 Jahren und der Bau eines Gemeindehauses in Ober-Kinzig vor 30 Jahren. Die Gebäude unserer beiden Kindertagesstätten - in Kirchbrombach in Nachbarschaft mit der Volksbank (Ev. KiTa „Unterm Regenbogen“) und in Nieder-Kinzig im alten Feuerwehrhaus (Ev. KiTa Kindernest) - gehören den Kommunen Brombachtal und Bad König, für sie ist die Kirchengemeinde nicht zuständig. Gleichwohl zeigt sie sich verantwortlich für alle Gebäude, in denen sie lebt und wirkt, und ist bemüht um eine nachhaltige Nutzung, den ressourcenschonenden Einsatz von Material und Verbrauchsgütern sowie der guten Nachbarschaft.

 

Der Ausgang vom befestigten Kirchhof nach Osten hin ist wohl der älteste, es war der Weg von der Burg zum Burghof. Weitere verschlungene Pfade führen durch die blaue Pforte zum alten Schulhaus (s. Titelseite der Brombachtalnachrichten Ostern 2016)  und jener Weg durch das schmiedeeiserne Tor zur Treppe hin, einst weitergeführt durch den Pfarrgarten, dann entlang am Haus des Kirchendieners Haag bis hin zur Jahnstraße. Dieser Weg endet heute im Hof zwischen Pfarrhaus und Gemeindehaus. Wer diesen Weg von der Kirche hinabsteigt kommt ebenerdig in das Untergeschoss des Gemeindehauses. In der früheren Garage liegt jetzt das Gemeindebüro, Herzstück des Gemeindelebens und Kirche mitten im Dorf.

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