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Die Orgel in Kirchbrombach

Die Geschichte

1717 wurde die erste Orgel in Kirchbrombach durch den Orgelbauer Schleich aus Lohr gebaut und stand dort, wo sich auch jetzt die neueste Orgel befindet. 1770 wurde sie repariert und auf die Seitenempore versetzt. Um 1900 war die Orgel dann unbrauchbar, da sie sich auf der Seitenempore an der Außenwand befand. Darunter wurde mit Öfen geheizt. Vor allem der Wechsel in der Heizungsperiode von Kalt-feucht und Warm-trocken tat dem Musikinstrument gar nicht gut.

            Die nächste Orgel wurde 1904 durch die Firma Nicolaus in Lich erbaut, wieder auf der Empore über dem Turmeingang. Sie hatte 15 Register auf 2 Manualen und Pedal und kostete 5.300 Mark.

            Diese Orgel war bedingt durch zwei Weltkriege und völlig ohne Wartung in einem schlechten Zustand. Auch entsprach sie als romantische Orgel nicht mehr dem aktuellen Klangideal (barock).  So wurde im Jahre 1963 der Orgelbauanstalt Förster & Nicolaus aus Lich der Auftrag für eine neue Orgel erteilt. Die feierliche Einweihung erfolgte am 5. Februar 1967: Die neue Orgel hatte zwölf Register auf zwei Manualen und einem Pedal.

 

Die aktuelle Orgel

Wartung: Jede Orgel unterliegt in bestimmten Teilen einem Alterungsprozess. So mussten 1998 die Lederbälge erneuert und viele Teile gewartet werden. Vor allem die schon längst überfällige Generalreinigung wurde durchgeführt.

Bei dieser Gelegenheit wurde unsere Orgel um ein Zungenregister, ein Krummhorn, bereichert und hat nun 13 Register.

 

Variantenreiche Klänge: Vom Spieltisch aus kann der Organist einzelne Pfeifenreihen verschiedener Tonhöhe und Klangfarben (Register) ein- oder ausschalten und kombinieren, sodass sich verschiedene Klangfarben erzeugen lassen. Die Pfeifen werden über die beiden, Manuale (Tastenreihen für die Hände) und das Pedal (Tastenreihe für die Füße), angesteuert, denen jeweils bestimmte Register fest zugeordnet sind. Der Druck auf die Taste wird über die Traktur mechanisch zu den Ventilen unter den Pfeifen geleitet.

 

Unsere Orgel besitzt folgende Register (Pfeifenreihe mit gleicher Bauart und Klang):

1.     Manual:

Prinzipal 8‘ (kräftiger, streichender Ton)

Weidenpfeife 8‘ (zarte Flöte)

Oktav 4‘ (Klang ähnlich Prinzipal)

Blockflöte 2‘ (Klang der Blockflöte nachempfunden)

Mixtur 4-5fach (kräftig strahlend, Grundton und Obertöne klingen gleichzeitig)

 

2.     Manual:

Gedackt 8‘ (weicher, Flöten-Ton)

Flöte 4‘ (weiche Flöte)

Prinzipal 2‘ (kräftig streichend)

Sesquialter (gemischte Stimme mit 2 Pfeifen je Ton, Terz und Quinte)

Krummhorn 8‘ (Zungenpfeifen, imitieren das gleichnamige Holzblasinstrument)

 

3.     Pedal:

Subbass 16‘ (Klang obertonarm, dunkel und unbestimmt)

Oktavbass 8‘ (streichender Klang)

Gemshorn 4‘ (Klangfarbe zwischen Prinzipal und Flöte)

 

Erläuterungen: Die Angabe der Register in Fuß ( ) bezieht sich auf die Länge der tiefsten Pfeife  gemessen in der historischen Längeneinheit Fuß (ca. 32 cm). Dabei entspricht 8‘ (=2,56m) der Grundstimmung (wie notiert), 4‘ klingt eine Oktave höher, 2‘ 2 Oktaven höher, 16‘ 1 Oktave tiefer.

Zudem gibt es noch 3 Koppeln:

das 2. Manual wird an das 1. Manual angekoppelt,

das 1. Manual wird an das Pedal angekoppelt

das 2. Manual wird an das Pedal angekoppelt

 

Wie viele Pfeifen hat unsere Orgel?

 

Das kann man leicht ausrechnen:

(1)   Das Pedal  hat 30 Töne und 3 Register: 3x30 = 90

(2)   Das 1. Manual hat 56 Töne und 5 Register: 4x56 = 224 Pfeifen. Dazu die Mixtur, sie hat in der unteren Oktave 4, darüber 5 Pfeifen je Ton (12x4 plus 44x5 = 268), zusammen 492

(3)   Das 2. Manual hat 5 Register, der Sesquialter je Ton 2 Pfeifen, also 6x56 = 336 Pfeifen

Ø Das ergibt zusammen 918 Pfeifen.

 

Volker Reichard  (Organist)

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